„Hier sind Schwalben willkommen“

Irmgard Hahn und Wolfgang Marr
Irmgard Hahn und Wolfgang Marr

Bermbach „Hier sind Schwalben willkommen“ Mit dieser Anerkennung überraschte am 31.08. Andreas Marr, Vorsitzender der NABU Ortsgruppe Steinbach-Hallenberg, die 80 jährige Frau Irmgard Hahn. Frau Hahn duldet seit Jahrzenten die Schwalben an ihrem Haus, obwohl damit auch einige Unannehmlichkeiten verbunden sind. Sie sieht das  ganz gelöst und sagte „ Durch das Anbringen von Brettchen  und Kistchen lässt sich die Verschmutzung durch Kot in Grenzen halten. Dafür vernichten die kühnen Flieger eine Unmenge an Fliegen und Mücken,  sowie deren Larven.“  Immer wieder begeistert sieht Frau Hahn der Ankunft der Schwalben entgegen. Die Brut, die fürsorgliche Pflege und Aufzucht der Jungvögel bis hin zu den ersten Flugversuchen beobachtet sie und berichtete Andreas Marr darüber. In diesem Jahr sind die Schwalben relativ spät aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt. 5 Brutpaare übernahmen die bestehenden Nester und zogen 16 Schwälbchen auf. Zu einer 2. Brut kam es in diesem Jahr an ihrem Haus nicht. Andreas Marr konnte berichten, dass es weitere Gebäude in Bermbach gibt, die von Schwalben angenommen werden und dort auch geduldet werden.  Die Liegenschaft der Familie Reuß aus der Heege, das Gebäude des Bauhofes unserer Gemeinde und die Stallungen der Agrargenossenschaft bieten Nistgelegenheiten. Der Familie Reuß konnte ebenfalls die Auszeichnung  als „ Schwalbenfreundliches Haus“ überreicht werden. Immerhin  wuchs über Jahre die Nestanzahl auf derzeit 13 Stück an.

Nunmehr versammeln sich die Schwalben bereits wieder um uns zu verlassen. Sie sind auch im nächsten Jahr in Bermbach willkommen. Bitte meldet Andreas Marr oder unserem Bürgermeister weitere Brutstätten, denn Bermbach bietet gute Voraussetzungen dafür als schwalbenfreundliche Gemeinde anerkannt zu werden.

Schwalben haben sich als sogenannte ‚Kulturfolger‘ an eine vom Menschen geprägte Umgebung angepasst. Sie tauschten ihre ursprünglichen Brutplätze gegen einen Platz im Stall oder an der Hauswand ein. Somit blieb den Menschen ihre jährliche Rückkehr nicht verborgen: „Wenn Schwalben am Haus brüten, geht das Glück nicht verloren“. Dieser enge Bezug zum Menschen hat jedoch nicht verhindern können, dass die Schwalben in ganz Deutschland  in den vergangenen Jahrzehnten immer seltener geworden sind. Mit seinem Projekt „Schwalben willkommen“ will der NABU den kleinen Flugkünstlern helfen. Doch auch Sie können etwas tun! Wenn Sie mit uns den weiteren Rückgang der kleinen Vogelart verhindern möchten, können sie mit einfachen Maßnahmen etwas bewirken.

Wolfgang Marr